Eine Blutarmut (Anämie) tritt auf, wenn es nicht genügend rote Blutkörperchen gibt oder diese zuwenig roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) tragen, um Sauerstoff ins Gewebe zu transportieren. Während der Schwangerschaft kommt es zunächst zu einem Abfall der Hämoglobin-Werte, die gegen Ende der Schwangerschaft leicht ansteigen. Die während der Schwangerschaft auftretende Blutarmut kann leicht, mittelschwer oder schwer sein. Je nach Ausprägung und zugrunde liegender Ursache stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung. Eine Blutarmut kann verschiedene Ursachen haben. Neben verschiedenen Krankheiten kommt auch ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 als Ursache in Frage. Die häufigste Ursache einer Blutarmut in der Schwangerschaft ist der Eisenmangel. Eine Behandlung mit Eisen kann dabei oral (über den Mund) oder als Spritze in den Muskel (intramuskulär) oder die Vene (intravenös) erfolgen sowie als Bluttransfusion verabreicht werden. In diese Übersicht wurden 17 randomisierte, kontrollierte Studien mit über 2.500 Frauen eingeschlossen. Allerdings wurden darin zahlreiche verschiedene Behandlungsmethoden untersucht, so dass für jede Untersuchung nur kleine Patientenzahlen betrachtet wurden. Durch die dadurch ungenauen Ergebnisse ist es schwierig, Schlussfolgerungen auf den Behandlungserfolg bei verschiedenen Ausprägungen der Blutarmut zu ziehen. Als Nebenwirkungen der Eisengabe können nach intravenöser Gabe Verstopfungen der Venen auftreten während die Gabe in den Muskel beträchtliche Schmerzen und Verfärbungen der Einstichstelle verursacht. Es ist unklar, ob eine Eisenbehandlung bei Blutarmut in der Schwangerschaft zu gesünderen Müttern und Kindern führt. Außerdem bleibt unklar, welchen Einfluss die verschiedenen Behandlungswege und die Anwendung in unterschiedlichen Gruppen auf das Ergebnis haben. Daher ist es unmöglich, Nutzen und Schaden in der Behandlung der verschiedenen Ausprägungen abzuwägen. Zur Beantwortung dieser Frage wäre eine multizentrische, randomisierte und kontrollierte Studie besser geeignet, in der wenige, häufig verwendete Behandlungsformen bei Frauen mit verschiedenen Hintergründen und Krankheitsausprägungen verglichen werden.
Es gibt nicht genügend Evidenz, um zu beurteilen, wann und wie eine durch Eisenmangel bedingte Blutarmut in der Schwangerschaft behandelt werden sollte
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